Walzer Musik

Während das ebenfalls im Dreiertakt stehende Menuett einen barocken regelmäßigen Puls aufweist, sind die Gewichte im Walzertakt ungleich verteilt, und der Bass spielt in der Regel nur auf dem ersten Schlag. Während das Menuett den Eindruck des Schreitens wiedergibt, vermittelt der Walzer den des Schwingens. Bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts ist das Walzertempo sehr schnell, in seiner „klassischen“ Zeit nach dem Wiener Kongress pendelt es sich etwa bei einer Sekunde pro Takt ein und wird heute noch langsamer getanzt.

Die etwa halb so schnelle Version des Tanzes, der Langsame Walzer, wird ebenfalls erstmals 1806 gedruckt, verbreitete sich aber erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts.

 


Mit seinen ca.60 Takten pro Minute ist er gut doppelt so schnell wie der Langsame Walzer. Ganz typisch für den Wiener Walzer: der dreiviertel Takt. Er ist der wohl älteste der uns bekannten Standardtänze- bereits Ende des achtzehnten Jahrhunderts ist er in Österreich und Deutschland entstanden aus dem deutschen Tanz und dem Ländler. Einst galt dieser bürgerliche Tanz als ‚unzüchtig und frivol’, er war sogar zeitweise vom deutschen Kaiser verboten worden, doch er gewann immer mehr Liebhaber und wurde durch populäre Musikstücke von Strauss und Tschaikowski bekannt. Seit den dreißiger Jahren zählt er auch zu den offiziellen Turniertänzen. Heute ist er nicht mehr wegzudenken von Hochzeiten, Bällen und sonstigen Festlichkeiten.

WIENER WALZER

Grundschritt [1-6]

Rhythmus: alle Schritte gleich schnell

Herr

rechts vorwärts

links zur Seite

rechts heranschließen

links rückwärts

rechts zur Seite 

links heranschließen 

Dame

links rückwärts

rechts zur Seite

links heranschließen

rechts vorwärts

links zur Seite

rechts heranschließen

PENDEL-SCHRITT:

Herr rechts zur Seite links heran o.G. rechts zur Seite links heran o.G. | Dame links zur Seite rechts heran o.G. links zur Seite rechts heran o.G.


 

Wichtig beim Langsamen Walzer ist das Auf- und Abschwingen des ganzen Körpers, das sich innerhalb eines Taktes ständig beschleunigt oder verzögert, aber nie ganz aufhört. Den Schwung holen sich die Tänzer mit dem Schritt beim ersten Taktschlag auf dem Weg nach unten. Danach erschöpft sich dieser Schwung auf dem Weg nach oben bis zum Schließen der Füße beim dritten Taktschlag. Dieses oben und unten wird unter den Taktschlägen eins und zwei durch (langsameres) Heben und unter dem Taktschlag drei durch (schnelleres) Senken erreicht (Rise and Fall). Gemeint ist damit das Absenken und Heben des ganzen Körpers bei gestreckter Wirbelsäule, das durch Beugen und Strecken alleine der Knie und der Fußgelenke bewirkt wird. Ein weiteres Charakteristikum ist die leichte Beugung des Oberkörpers meist zu einer bestimmten Seite und der damit erzeugte Schiefstand der Körperachse (Sway), mit dem sich Bewegungen und Schwünge ohne Verlust des Gleichgewichts verzögern lassen. Um die Bewegungsrichtung stufenlos ändern und damit etwa anderen Paaren geschwind ausweichen zu können wird Langsamer Walzer in unterschiedlichen Drehumfängen getanzt (unter- bis überdreht).

In abgeschwächter Form treffen diese Merkmale des Langsamen Walzers auch auf alle anderen Schwungtänze zu, zu denen auch Quickstepp, Slowfox und Wiener Walzer gehören.

  

 

LANGSAMER WALZER

Grundschritt [1-6]

Rhythmus: alle Schritte gleich langsam

Herr

rechts vorwärts

links zur Seite

rechts heranschließen

links rückwärts

rechts zur Seite 

links heranschließen 

Dame

links rückwärts

rechts zur Seite

links heranschließen

rechts vorwärts

links zur Seite

rechts heranschließen